Montag, 27. August 2012

Einkaufen mit Kindern


Einkaufen mit Kindern

Mich nervt ja jegliche Art des Einkaufens. Sei es für den täglichen Bedarf, oder sei es Klamotten etc. Da fehlen mir die entsprechenden weiblichen Gene. Leider bleibt es nicht aus einkaufen zu gehen, wenn man den "Hausfrau des Jahres Preis" erhalten will.

Wir schreiben also einen gewöhnlichen Montag  in diesem Jahr. Ich packe erst einmal das Leergut zusammen. Während ich meinen Geldbeutel suche, Räumen Max und Lotte sämtliche Flaschen wieder aus den Kästen. Das ganze Spiel also noch einmal. Danach beide Kinder gepackt und ins Auto mit ihnen. Da unser Hundeveteran Blacky spontane und vor allem lautstarke Depressionen bekommt, wenn er alleine bleiben soll, lade ich also auch noch die Hunde ein. Damit Max die Zeit nicht nutzt um sich abzuschnallen spurte ich in Olympia Gold Verdächtiger Zeit zurück zum Haus, schnappe mir den Gegenwert eines Kleinwagens in Leergut und fliege zurück zum Auto. Dort verstaue ich sämtliche Flaschen und werfe mich mit letzter Kraft hinters Steuer.

Beim Ausparken, bitte ich Max immer zu gucken ob ein Auto kommt. Wie immer guckt er ganz wichtig, voll konzentriert, mit ernster Miene und in die falsche Richtung. Wir schaffen es trotzdem ohne Unfälle auf die Bahn und düsen mit der von Max geforderten Musik Richtung Dorfzentrum. Dort, gibt es keinen Parkplatz vor der Apotheke weil ein Touri aus Berlin statt längs sich einfach quer hingestellt hat. Ich bleibe also einfach mal stehen, so lange kann das ja eigentlich nicht dauern. Max und Lotte fangen schon langsam das Protestieren an als der werte ältere Herr zu seinem Luxusgefährt schleicht, nicht ohne genervt in unsere Richtung zu fluchen „blöde Kuh, nicht mal im Urlaub kann man in Ruhe einkaufen.“. Tja liebe Tourismusbeauftragte des fränkischen Seenlandes, da kann ich jetzt aber nix für. Werbt doch bitte mal Touristen für die Gegend hier, die nicht unter Multisozialversagen leiden. Ich stelle mich also auf einen der spontan drei freigewordenen Parkplätze und gebe Max die hochherrschaftliche Erlaubnis seinen Gurt zu öffnen. Nachdem auch Lotte befreit ist, wackeln wir zu dritt in die Apotheke. Nachdem wir wieder mit genügend „Micky H(!)aus-Pflastern“ versorgt sind, bekommt jedes der Kinder noch Traubenzucker und ich eine mit prallen Wissen gefüllte Elternzeitschrift. Diese Zeitschrift hat als Leitthema „Durchschlafen“. Haha.

Beide Kinder wieder ins Auto verfrachtet, angeschnallt und mit Auto und Buch für die kommende Fahrt versorgt. Immerhin gilb es ca. 3 Fahrtminuten ohne Langeweile zu überbrücken. In diesen drei Minuten kutschiere ich uns weiter zum Metzger unseres Vertrauens. Max erkennt schon am Parkplatz wo wir sind und freut sich auf die Gelbwurst. Also wieder beide Kinder herausgeholt und die Tür angepeilt. Im Augenwinkel hatte ich sie schon vorher gesehen, mir aber nichts dabei gedacht. Die Rollator-Lady! Sie schlich dahin, wirkte sehr zerbrechlich. Nun erspäht sie allerdings uns mit ihren vom grauen Star geschwächten Augen. Blitzschnell holt sie alles aus dem Rollator raus was nur geht. Wenn hier ein Kontrolleur käme, die Dame wäre ihre Pflegestufe schneller los als ihr Arzt die 10 Euro Praxisgebühr einsacken könnte. Gicht, Arthritis, Osteoporose, Flatulenzen, alles vergessen, SIE will die erste im Metzger sein. Um keinen Herzinfarkt vor den Augen meiner Kinder zu riskieren, bremse ich Max ein wenig und lasse die nun doch schwer schnaufende Rollator-Lady vor uns eintreten. Zum Glück beruhigt sich ihr Atem vor lauter Ablenkung beim obligatorischen 5,43 Euro in Kleingeld raussuchen wieder, so dass meine Überlegungen, ob das „Elektro-Betäubungs-Metzger-Gerät-zum-Schlachten“ auch als Defibrillator genutzt werden könne nur graue Theorie bleibt.

Nachdem wir unsere toten Tiere gekauft haben, bekommen Max und Lotte noch ihre obligatorische Scheibe Gelbwurst und mampfen auf dem Weg zurück zum Auto glücklich vor sich hin. Wieder Anschnallen, ermahnen und Spielzeug in die Hand drücken.

Weiter geht’s zum örtlichen Obst- und Gemüsehändler. Max benennt in der Wartezeit alle Obst- und Gemüsesorten die er kennt. Zur Belohnung für diese fachmännische Aufklärung erhalten er und Lotte nach dem Einkauf noch jeweils einen Lutscher.

Wieder alle Mann ins Auto, wieder anschnallen, ermahnen und Spielzeug in die Hand drücken. Wir einigen uns beim nächsten Ziel auf den Getränkemarkt.

Gleiches Spiel wieder. Kinder abschnallen, rausholen. Diesmal muss ich vorher allerdings noch das Leergut geschickt wie ein Baumeister auf dem Wagen stapeln.
Da diese Wägen keinen Kindersitz haben, bleibt Lotte auf dem Arm. Macht mal einen Selbstversuch und schiebt einen mit vier vollen Kisten beladenen Wagen nur mit einer Hand, dann werdet ihr verstehen warum bei uns die Getränkeauswahl immer sehr übersichtlich ist. Auch hier gibt’s an der Kasse, statt für die tapferen Mütter, wieder was für die lieben Kleinen. Diesmal Gummibärchen. Max ist ganz höflich und meint: „Mama, Danke sagen“. Selbst traut er sich nämlich nicht.

Nachdem die Beute verstaut ist, bekommen die Hunde in ihrer Box noch schnell was leckeres zum Kauen und wir laufen die paar Meter zum Aldi. Max will dort auch in den Einkaufswagen. Mir solls recht sein, dann kann er schon nicht abhauen. Auch hier gibt’s im Moment einfach zu viele Touristen. Was gut ist für die vollen Kassen der örtlichen Wirtschaft, nervt mich unheimlich. Touris haben nämlich eines: viel Zeit im Weg rumzustehen, wenig Zeit um an der Kasse zu warten. Auch heute gibt es wieder die folgenden lustigen Gesellen:
  • Querschieber“. Das sind die Leute, die im Regal was gucken, den Wagen dabei aber quer im Raum stehen lassen, so dass nicht mal mehr Kate Moss durchpassen würde. Auf ein freundliches Räuspern reagieren die schon gar nicht. Auf ein noch freundlicheres „Entschuldigung“ folgt der Todesblick der Verachtung. Aber wenigstens machen sie dann, wenn auch sichtlich genervt den Weg frei.
  • Spontanstopper“. Das sind die Gesellen, die durch den Laden breschen als ob es für den Schnellsten was zu Gewinnen gäbe und dann, mitten im Weg natürlich, stehenbleiben. Ich habs noch nicht geschafft, aber ich arbeite schwer daran mit dem Einkaufswagen eine Bremsspur zu hinterlassen.
  • Rückwärtssucher“. Sind nicht etwa Suchmaschinen um bei einer Telefonnummer zu gucken wer hinter den obszönen Anrufer steckt, sondern Leute die mal diskret den Rückwärtsgang einlegen um einen dann böse anzugucken weil man ihnen in die Hacken gefahren ist.
  • Schatzsucher“. Sie vermuten warscheinlich geheime Botschaften in der Anordnung der Butter. Anders kann ich es mir nicht erklären, wenn jemand gefühlte 12 Stunden vor dem Kühlregal steht und guckt... und guckt... und guckt... und guckt... und sich geärgert fühlt wenn man dann schräg von unten hingreift um sich ein Päckchen zu schnappen

Am allermeisten langweilen mich allerdings folgende Mitmenschen:
  • Kontaktsucher“. Von Individualdistanz halten die nix. Lieber Körperkontakt an der Kasse als gar keinen mehr ist ihr Motto. Wenn ich schon den Atem des Hintermanns in meinem Nacken spüre weil dieser „Kontaktsucher“ entweder Notstand hat oder meint den Vorgang des Bezahlens beschleunigen zu können, dann werde ich auch spontan zum „Rückwärtssucher“ und zwar mit Anlauf!

Aber zuürck zu unserem Einkaufsbummel. Hier bei Aldi gibt’s zur Abwechslung mal nix für die Kinder als Geschenk. Die beiden sind eh inzwischen so Randvoll, dass ich mir das Mittagessen gleich sparen könnte.a

Wir schleichen zurück zu unserem Auto. Ein letztes Mal die Nummer: Anschnallen, ermahnen, Spielzeug in die Hand drücken und es geht nach Hause.

Kommentare:

  1. oh melli das kenn ich diese einkaufstouren - aber ich hatte immer drei kinder dabei - stöhn - meistens hätte ich hinterher eine kur oder einen psychiater gebraucht um das erlebte verarbeiten zu können
    aber glaub mir - es wird nicht besser - ggggg- nur anders - hihhi
    augen zu und durch

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  2. An dich und deine drei Jungs denke ich oft Susanne. Was musst du doch Nerven aus Stahl haben!!!

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