Montag, 3. Juni 2013

Regenwetter

Schlechtes Wetter am Stück macht auch uns fertig. Ein oder zwei Nachmittage lassen sich immer gut überbrücken. Dann gehen wir einfach in der Garage spielen, da ist genug Platz und auch genug Chaos um die freie Entfaltung der Kinder zu fördern und sie gleichzeitig daran zu hintern das Haus abzureißen oder sich gegenseitig schwere Verletzungen zuzufügen.

Das Wetter diesen sogenannten Frühling bringt aber auch uns an die Grenzen. Sämtliche Freunde sind besucht, die Garage ist bis zur totalen Zerstörung bespielt. Kuhstallkaffee, Indoorspielplatz und sonstige überdachte Vergnügungsorte sind bereits heimgesucht worden. Am heutigen Sonntag nahm ich mir fest vor einfach mal nur Zuhause zu bleiben und nix zu machen. Das Wetter macht ja schließlich auch nix, zumindest nix positives! Jürgen muss einen Termin morgen vorbereiten und ich habe heute Abend das Bürovergnügen.

Während ich mich in aller Ruhe Dusche, planschen die Kinder am Waschbecken. Als wir alle drei fertig sind, schwimmt das Badezimmer und beide Kinder sind reif zum Umziehen. Wir legen uns also trocken, ignorieren gekonnt das Chaos im oberen Stockwerk und gehen ins Erdgeschoss. Während ich die Küche aufräume ist es verdächtig still im Wohnzimmer. Ich gehe gucken und komme genau einen Liter verteilten Saft zu spät. Zu dem Saft gesellt sich noch eine Packung Pistazien, geschickt so platziert, dass die Mischung hinter das Sofa gelaufen ist.

Noch hält mein Kneipp-Duschgel "Lebensfreude" was die Packung verspricht und ich nutze die Gelegenheit gleich hinter und unter dem Sofa mal rauszuwischen. Es finden sich zur allgemeinen Freude zwei Schnuller, die verlorene Sandale von Max (wie gut, dass er die Heuer wahrscheinlich eh nicht braucht) , die Fernbedienung vom Soundgerät, drei Stifte und unglaublich viel Gespensterkacke. Für jeden also was dabei und anschliessend das beruhigende Gefühl nicht mehr auf einem Atomendlager zu sitzen.

Den Rest des Vormittags vertrödeln wir mit Lego, Wasserfarben und Kekse Backen. Ruhig wie ein Zen-Meister bleibe ich alle 4756 Trotzanfälle von Lotte und 3747 Wutattaken von Max gelassen. Als die Stimmung immer mehr kippt und ernsthafte Streitereien die Überhand nehmen verziehen wir uns nach einem kleinen Snack alle ins große Bett und machen nach ein paar Vorlesegeschichten Mittagspause.

Viel zu früh gehen die kleinen actionhungrigen Augen wieder auf und die beiden wollen wissen nachmittags auf dem Programm steht. Mein fröhliches "Nichts" wird nicht gelten gelassen und wir beschließen einen Regenspaziergang. Bis alle angezogen sind Vergehen locker 30 Minuten. Beide wollen selbst bestimmen was sie anziehen, an sich kein Problem, bei der Sintflut außen, muss ich böse Mutter allerdings auf die entsprechende Kleidung bestehen.

Wir wagen die kleine Runde um das Dorf. Die ersten paar Meter sind sie noch mit ihren Regenschirmen beschäftigt. Danach muss ich die tragen. Endlich kommen wir zum Feldweg wo die ersten Pfützen schon gut gefüllt warten. Platsch, Max macht's vor und Lotte lernt schnell. Als beide genügend gehüpft sind, einschließlich einer Arschbombe ziehen wir weiter. Lotte mag nur nicht mehr laufen. Mit keinem Trick lässt sie sich bewegen. Also das klatschnasse Kind auf den Arm, neben die zwei Regenschirme und die Hundeleine. Als wir Zuhause ankommen bin ich zumindest geschwitzt als wäre schönes Wetter.

Eine Stunde haben wir jetzt rumgebracht. Ich schäle in der Küche schonmal Kartoffeln fürs Abendessen, während die Kinder erst in ihrer Spielküche spielen und anschließend die Schränke ausräumen. Lotte fängt das Weinen an, weil sie vor lauter Tupperdosen und Töpfen nicht mehr aus der Küche kommt. Ich heule innerlich mit, fange aber tapfer das Einräumen an. Als alles eingeräumt ist, nähert sich Max schon wieder dem nächsten Schrank. Ich drohe mit allem was mir gerade einfällt um ihn davon abzuhalten. Er überlegt kurz und geht dann ins Wohnzimmer, wo er einfach den Spielzeugschrank ausräumt. Lotte folgt ihm natürlich und ganze zwei Minuten schaffen es die beiden nicht zu streiten. Ich nutze die Gelegenheit um die tollen Ikea-Boxen zu holen um endlich mal richtig durchzusortieren: Lego Duplo zusammen, alle Autos zusammen, usw.

Max und Lotte sehen das allerdings anders. Nach einer Stunde befinden wir uns zwischen 5 verschiedenen Ikea-Kisten und gefühlten 5 Tonnen Spielzeug, welches sich gleichmäßig auf dem Wohnzimmerboden verteilt ist.








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