Dienstag, 30. Juli 2013

Kindermund

Lotte macht wie ein Schatten alles nach was Max macht. Max hat aus dem Kiga die Unsitte mitgebracht, mit der Hand eine Pistole zu formen und zu schießen wenn ihm was nicht passt. Lotte hat dies direkt übernommen. Wenn ich also irgendetwas verbiete eröffnen beide das Feier auf mich.

Manchmal übernimmt Lotte hier die Pflegebetreuung für mich. So reicht sie mir z.B. morgens die Wäsche aus dem Schub, bringt mir die Schuhe, etc. Ich glaube sie will mich schonmal aufs Altenheim einstimmen.

Lottes Lieblingswort ist derzeit "selba". Alles muss "selba" probiert werden. grundsätzlich Super. Leider kostet das immer unheimlich viel Zeit die manchmal einfach nicht da ist und leider wird sie fuchsteufelswild wenn es nicht so klappt wie sie sich das vorgestellt hat.

Max geht ganz toll aufs Klo. Windeln brauchen wir jetzt nur noch Nachts. Lotte will das natürlich mitmachen. Leider denkt sie dann oft nicht dran und es geht halt doch in die Hose. Um Max am Anfang das windelfreie Leben schmackhaft zu machen dürfte er im Garten "Wild" pinkeln. Dies war ein Fehler, eine zeitlang hat er sich benommen wie ein junger Hund: er pinkelte in eine Spielzeugkiste, vom Balkon runter, in meine Blumen, mitten auf die Terasse und in die Dusche. Zum Glück ist diese Zeit jetzt vorbei.

Die Gartendusche hat sich schon mehr als bezahlt gemacht. Beide Kinder flippen aus wenn sie dort Duschen dürfen. Lotte ist allerdings deutlich mutiger. Da wird auch schonmal der Papa rausgeschubst wenn er im Weg steht. Trotz des kalten Wassers streckt sie dann immer abwechselnd Bauch und Popo raus. Max braucht dagegen immer gute 5 Min. bis er sich so richtig drunter traut.

Wenn Jürgen am Wochenende mit ihnen Einkäufen geht, sind beide total glücklich. Max kann es dann schonmal passieren, dass er mich anschnauzt: "Und Du darfst nicht mit!"

Jürgen und ich unterhalten uns nach dem Abendessen während die Kinder neben dem Tisch spielen. Irgendwann meine ich: "naja, Lotte könnte ja zu einer Tagesmutter". In dem Moment ruft Lotte ein beherztes "Seise" aus. Zwar war das auf ihr Spiel bezogen und nicht auf unser Gespräch, aber absolut zeitlich passend.

Das Telefon wird "volafon" genannt. Ich glaube so entstand der Firmenname Vodafone.

Max hat die typische "Warum-Phase" nicht übersprungen, sondern steckt gerade mittendrin. Allerdings fragt er statt "Warum" immer "Wierum".

Wir spielen im Sandkasten. Ich frage Lotte ob sie einen Kuchen backt. Sie sagt "Ja". Guckt noch kurz, steht auf, läuft durch den ganzen Garten, die Treppe hoch und in der Küche holt sie aus dem Schub die Kuchenform. Kurz bevor sie noch Zutaten aus dem Kühlschrank holen kann, erwische ich sie.

Max will sein T-Shirt ausziehen. Ich gucke streng, er geht aus dem Schlafzimmer in sein Zimmer und holt sich ein anderes Shirt. Als ich noch strenger gucke, sagt er "das ist einfach cooler!"

Max zur Lotte: "ich bin Dein Chef!" Lotte sagt darauf "auch!" Max darauf wieder: "Neeeeiiin, es gibt nur einen Chef! Chefs müssen einen großen Schniedel haben und du hast Keeeeiiinnneeenn!". Bevor jetzt falsche Rückschlüsse gezogen werden, von Zuhause hat er das definitiv nicht gelernt! Wie bringe ich einem 3Jährigen den Feminismus näher? Mehr als aktiv Vorleben geht ja fast nicht.

Wir sind auf dem Weg zur Oma. Lotte schnallt sich ab, bzw. schafft es einen Arm aus dem Gurt zu befreien. Ich schimpfe wie ein Rohrspatz und fahre den nächsten Parkplatz an. Auf der Heimfahrt brüllt Lotte auf einmal "Anschnalln". Max war nun der Übeltäter und hat sich kurz vom Gurt befreit um an ein Buch zu kommen. Anscheinend hat die Lektion bei Lotte gefruchtet.

Wenn mal gute Stimmung bei beiden herrscht dann kommt es durchaus vor, dass Max Lotte seine Bücher vorliest. Es ist erstaunlich was er sich alles vom vorlesen merkt und fehlerfrei wiedergeben kann.

Lotte antwortet auf Fragen die sie nicht beantworten kann sehr fränkisch mit: "wass i ned".

Wir waren diese Woche beim Arzt um mich impfen zu lassen. Eine halbe Stunde mussten wir warten. Zeit genug, dass sie für die Mitpatienten einen falschen Eindruck erwecken konnten. Beim rausgehen spricht mich eine Frau an, dass ich doch sehr brave, wohlerzogene Kinder hätte. Ja, der Schein trügt, die können auch ganz anders. Aber stolz ist man nach sowas schon...

Letzten Donnerstag wollte Max unbedingt mit dem Rad in den Kiga fahren, also nicht im Kindersitz, sondern selbst auf seinem Fahrrad. Er hat es Super gemeistert. Allerdings war ich auf der Heimfahrt kurz vor dem Sauerstoffzelt, denn Biker der mich sonst zieht blieb wegen der Hitze daheim. Vor unserem Besuch bei Alex musste ich dann nochmal Duschen.




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